Wir lernen klimaneutral

Ein gesetztes Ziel ist bereits der erste Schritt in Richtung Veränderung. Weil die Zeit drängt und der Klimawandel nicht wartet, müssen wir jetzt handeln und unsere Möglichkeiten voll ausschöpfen.

KLIMA­NEUTRALITÄT BIS 2035

Das große Ziel dieser Initiative ist es, deutsche Schulen bis 2035 klimaneutral zu machen. Denn Klimaneutralität ist der wichtigste Faktor im Kampf gegen den Klimawandel. Seit Beginn der Industrialisierung ist die Menschheit für einen massiven Treibhausgas-Ausstoß verantwortlich, der den Treibhauseffekt des Planeten verstärkt. Die Erde hat sich so bereits um über 1°C erwärmt. Werden nun immer weiter Treibhausgase wie CO2, Methan oder Lachgas ausgestoßen, erwärmt sie sich weiter, was katastrophale Folgen und nicht wieder rückgängig zu machende Umweltveränderungen mit sich bringt und bringen wird.

INTEGRATION IN DEN UNTERRICHT

Schule hat zum Ziel, den Schüler:innen Perspektiven zu bieten und sie auf das Leben vorzubereiten.  Ein sehr wichtiger Ansatz des gesamten Projekts besteht deshalb darin, das Thema Klima stärker in den Schulalltag zu integrieren und so das Umweltbewusstsein zu stärken.

Neben fachlichem Wissen und Kompetenzen wie Sozialverhalten, Selbstständigkeit und fundierter Meinungsbildung sollten den Schüler:innen auch die Zukunftsszenarien mit einer Erderwärmung von über den angestrebten 1,5°C nicht vorenthalten werden. Und schon gar nicht sollten politische Ziele wie die angestrebte Klimaneutralität bis 2050 in der EU als absolute Wahrheiten dargestellt werden. Es müssen alle Bereiche, die das Thema Klima beeinflusst (Ökologie, Soziales, Politik und Wirtschaft) beleuchtet und den Schüler:innen so eine eigene Meinungsbildung ermöglicht werden. Sorgen die Schulen für die richtige Information und fördern das Hinterfragen gängiger sowie das Suchen neuer Lösungsstrategien, verstehen alle, was auf dem Spiel steht. Nur so kann entsprechendes Handeln angestoßen werden. Und denkt daran: Die Schulen haben wenig Einfluss auf die Politiker:innen von heute, bilden aber die von morgen aus!

POLITISCHER DRUCK

Zum fünfjährigen Bestehen des Pariser Klimaabkommens mussten alle Staaten einen Fortschrittsbericht vorlegen, welcher sehr unbefriedigend ausgefallen ist. Die UN prognostizierte daraufhin einen Temperaturanstieg von mindestens 3°C, sollte nicht schleunigst gehandelt werden. Im Dezember 2020 wurden die Klimaziele der EU angepasst, sodass die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55% gesenkt und 2050 die Klimaneutralität erreicht werden soll. Dies wurde als „großer Schritt“ betitelt, reicht aber bei Weitem nicht aus, um das eigentliche Ziel von 1,5°C zu erreichen.

Unter Betrachtung der letzten fünf Jahre, in denen fröhlich weiter emittiert, das Pariser Abkommen beiseitegeschoben wurde und wir schon heute eine Erderwärmung über 1°C zu spüren bekommen, ist es an uns allen, mehr zu machen! Die politische Beteiligung in Form von Demonstrationen, Reden in Ausschüssen oder Briefen an die Verwaltung ist also ein sehr wichtiger Aspekt. Die Politik muss auf die Wissenschaft hören und mehr gegen den Klimawandel unternehmen. Nur wenn es eine ausreichende Regelung gibt, an die sich alle halten müssen, kann das Zeil von 1,5°C noch eingehalten werden. Deshalb müssen wir uns alle für mehr gesetzlichen Klimaschutz einsetzen.